Ratten im Mittelalter
Ratten gab es ursprünglich einmal nur in Asien. Durch Schiffe und reisende Menschen wurden sie jedoch auf der ganzen Welt verteilt. Da Ratten sich sehr schnell an veränderte Lebensbedingungen anpassen können, waren sie schnell überall heimisch, nicht unbedingt zum Vorteil der Menschheit. Durch diese Tiere und durch teilweise katastrophale hygienische Verhältnisse wurden die Seuchen ausgelöst, die ganze Völker beinahe ausgelöscht hätten.
Auch in den Schlössern und Burgen im Mittelalter gab es Ratten. Damals wurde auf Waschen und Körperpflege weniger Wert gelegt, als auf Parfum und wertvolle Kleidung. In der Aristokratie war man hier nicht viel ordentlicher, als in der so genannten niederen Schicht. In den Städten wurden die Müll- und Fäkalieneimer einfach auf die Straße gekippt, ein wahres Paradies für die Ratten, die sich hier ungestört vermehren konnten.
So dauerte es nicht lange, bis die Ratten sich auch in den Häusern einnisten konnten, die Menschen gebissen haben, und sie so mit Krankheitserregern infiziert haben. Seuchen, wie die Pest, die Cholera, die Maul- und Klauenseuche und anderes wurde durch Ratten verursacht, wenn auch durch die Schuld der Menschen, die sich damals noch keine Gedanken über Müllentsorgung, Kanalisation und anderes gemacht haben. Im Vergleich zur Blütezeit der alten Römer ging es im Mittelalter bedeutend unhygienischer zu.
Ganze Städte wurden zu Geisterstädten, und in manchen Vierteln lebten bedeutend mehr Ratten, als Menschen. Erst mit der Erkenntnis, dass der Müll und der Unrat auf den Straßen reduziert werden muss, um auch die Ratten einzudämmen, wurde die Situation verbessert. Dass die Ratten damals ein großes Thema waren, zeigt sich zum Beispiel an der Sage über den Rattenfänger von Hameln.
